Science

Schaltsekunden?

Quizfrage: Wieviele Sekunden verstreichen zwischen 30. Juni 12:00 Mittags und 1. Juli 12:00 Mittags? 86.400?
Eindeutig falsch. Setzen, sechs. Und eine Nachhilfestunde zum Thema Nerdologie gibt es auch gleich!

Endlich habe ich mal wieder etwas Zeit über irgendwelchen Unfug zu schreiben, der eindeutig in die Kategorien “WTF?” sowie “das ist aber wirklich unnützes Wissen” fällt: Schaltsekunden. Klingt doof, ist es auch.

Es gibt eine Institution – der Internationalen Dienst für Erdrotation und Referenzsysteme (IERS) –, der sich dazu berufen fühlt, gelegentlich Schaltsekunden einzuführen, um das Zeit-Raum-Kontinuum vor Chaos und Kollaps zu bewahren. Schaltsekunden sind Sekunden, die zu völlig arbiträren Zeitpunkten – nämlich immer, wenn es der IERS für notwendig befindet – eingeführt werden. Meistens ist das zwischen dem 30. Juni und dem 1. Juli der Fall. Manchmal passiert es auch nach dem 1. Dezember. Im Gegensatz zu den Schaltjahren also eine eher weniger einplanbare Sache und sicher ein Dorn im Auge von Zeitreisenden — damit meine ich dich, Doctor!

Wer hat an der Uhr gedreht?

Wer glaubt, Schaltsekunden passieren eh sogut wie nie, irrt. Seit 1972 gab es schon 25 davon. Der IERS hat vor einigen Tagen auch schon die nächste Schaltsekunde angekündigt: der 30. Juni wird heuer mit einer Schaltsekunde ausklingen. Konkret wird hier der 30. Juni 23:59:60 UTC eingefüht, was in Mitteleuropa dem 1. Juli 01:59:60 entspricht. Also stellt bloß eure Armbanduhren um eine Sekunde zurück, wenn ihr am 2. Juli in die Arbeit huscht, und verweist euren Arbeitgeber auf diese Seite, wenn er euch wegen einer Sekunde zu spät zur Arbeit kommen finster ansieht.

(Vielleicht will der IERS aber auch nur einfach den Weltuntergang verschieben. Wer weiß. Wetten, die Maya haben das nicht kommen sehen. Hrhr.)

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